Der Floh und unsere Haustiere

Das Problem Floh ist nicht nur im Sommer aktuell, auch an warmen Herbst- und Wintertagen können unsere Haustiere befallen werden. Neben dem hygienischen Problem kann es durch die Parasiten auch zu gefährlichen Krankheitsübertragungen auf unsere Vierbeiner kommen. Neben dem intensiven Juckreiz, den Ekzemen, der Abmagerung und der Blutarmut kann es auch zu allergischen Reaktionen auf den Flohspeichel kommen, ebenso ist der Floh ein Überträger für den Bandwurm.

Biologisches:

Nur ca. 5 % des gesamten Flohbestandes stellen die ausgewachsenen Flöhe dar. Die restlichen 95 % setzen sich aus Eiern, Larven und Puppen zusammen. Flöhe vermehren sich sehr schnell. Ideale Voraussetzungen sind hierfür Temperaturen von 20 – 23 ° C und eine Luftfeuchtigkeit von 50 – 90 %. Bei günstiger Ernährung beträgt die kürzeste Entwicklungszeit beim Katzenfloh 11 Tage und beim Hundefloh 18 Tage. Die am häufigsten vorkommende Flohart bei Hunden und bei Katzen ist übrigens der Katzenfloh! 

Flöhe besitzen stechend-saugende Mundwerkzeuge, durch die sie Blut aufnehmen können. Sie können in 20 bis 150 Minuten pro Tag das 10 bis 20-fache ihrer Körpergröße aufsaugen. Durch die Aufnahme der großen Mengen an  Blutes wird der Magen-Darm-Trakt überlastet, deshalb werden bereits während des Saugaktes unverdautem Blut ausgeschieden. Hier spricht man von „Flohkot-Würstchen“. 

Krankheitssymptome:

Bei einer allergischen Reaktion genügt bereits ein einziger Flohbiss, welche durch die Verbindung des Flohspeichels mit dem Kollagen der Haut des Tieres ausgelöst wird. Typisch hierfür sind Krusten im Rücken- und Kruppenbereich. Durch das Kratzen kommt es oftmals zu  eitrigen Entzündungen und auch zu Haarausfall.

Flöhe stellen für die Bandwürmer sogenannte Zwischenwirte dar. Der Hund nimmt die Bandwürmer durch das Zerbeißen der Flöhe auf. Die Bandwurmlarve wird vom Tier geschluckt und kann sich so im Darm des Tieres zu einem ausgewachsenen Bandwurm entwickeln.  

Flohbekämpfung:

Für eine erfolgreiche Bekämpfung der Flöhe ist es wichtig, dass man alle Stadien der Flöhe bekämpft. Daher ist eine Umgebungsbehandlung genauso wichtig wie die Bekämpfung der Flöhe, die sich direkt auf dem Tier befinden. Hierfür gibt es beim Tierarzt diverse Sprays und Ampullen zur Abtötung, ebenso stehen Shampoos zur Verfügung. Es ist jedoch zu beachten, dass Shampoos meist nur eine kurze Wirksamkeitsdauer besitzen. Auf den Einsatz von Flohhalsbändern sollte verzichtet werden, wenn Säuglinge und Kleinkinder im Haushalt leben. Es muss darauf geachtet werden, dass auch alle anderen im Haushalt lebenden Tiere mit in die Behandlung einbezogen werden. 

Eine Flohbehandlung sollte nicht nur aus hygienischen Gründen, sondern auch der Gesundheit unserer vierbeinigen Freunde zuliebe durchgeführt werden.

Zecken und unsere Haustiere

Zecken sind nicht nur ein hygienisches Problem, sie tragen auch zur Übertragung von Krankheiten bei.  Hierbei handelt es sich u.a. um die Borreliose und die FSME.  Beide Krankheiten werden durch den Holzbock übertragen.

Im Gegensatz zum Flohbefall, der in der Regel ganzjährig erfolgen kann, ist die Zeit des  Zeckenbefalles verstärkt von März bis Oktober. Die optimalen Bedingungen für Zecken sind Temperaturen von 17 – 20 ° C sowie eine Luftfeuchtigkeit von 80 – 95 %.

In trockenen und heißen Sommermonaten sind Zecken eher weniger aktiv. 

Zecken leben im Gestrüpp unserer Wälder und Gärten. In Deutschland ist der Holzbock die häufigst vorkommende Art. 

Krankheiten: 

Borreliose

Leider wird die Borreliose oftmals nicht erkannt. Neben allgemeinen unspezifischen Symptomen, wie gestörtes Allgemeinbefinden, Anorexie und Fieber, werden häufig Gelenksentzündungen und wechselnde Lahmheiten beobachtet. Der Krankheitsverlauf entwickelt sich oft erst nach Monaten, so dass ein direkter Zusammenhang mit einem Zeckenstich leicht übersehen wird. Bei frühzeitiger Erkennung lässt sich die Borreliose sehr gut mit Antibiotika bekämpfen. Es besteht auch die Möglichkeit zur Impfung des Hundes. 

FSME

Die FSMW wird durch einen Virus ausgelöst, welches ebenfalls durch den Holzbock übertragen wird. Gefährdete Bezirke sind vor allem in Süddeutschland zu finden. Neben Bewusstseinsbeeinträchtigung findet man bei dieser Krankheit auch oftmals neurologische Symptome, ebenso Fieber. Wir Menschen können uns mit einer Impfung schützen, bei Tieren besteht nur die Möglichkeit der Zeckenprophylaxe.

Canine Anaplasmose

Auch hier ist wieder der Holzbock der Haupterreger. Diese Krankheit zeigt sich mit Fieber, Gewichtsverlust, Schlappheit, Schwellungen an den Gliedmaßen, Beeinträchtigung des zentralen Nervensystems sowie Gelenkentzündungen. Antibiotika und Carbanilide werden zur Behandlung eingesetzt. 

Reisekrankheiten

Ehrlichiose, die ebenfalls durch Zecken übertragen wird, stellen für Hunde eine lebensgefährliche Erkrankung dar, siehe auch unsere Rubrik Reisekrankheiten. 

Zeckenentfernung

Zecken werden meiste erst nach dem Festsaugen entdeckt, da sie danach an Größe und Ausmaß gewinnen. Auch eine rasche Entfernung der Parasiten gibt keine Sicherheit, dass das Tier nicht bereits infiziert wurde. 

Die Entfernung der Zecken sollte möglichst unter Stressvermeidung schnell und schonend entfernt werden, da es sonst zu einer verstärkten Übertragung der Krankheitserreger kommen kann. Die Erreger befinden sich unter anderem in den Speicheldrüsen der Zecken. Eine Quetschung des Zeckenkörpers sollte deshalb auf jeden Fall vermieden werden, da auf diesem Wege ein erhöhter Ausstoß ausgelöst wird. Am besten sollte die Zecke unter einer leichten Drehbewegung mit einer Pinzette entfernt werden. Hausmittel wie Öl und Klebstoff sollte auf jeden Fall vermieden werden. Sollte der Zeckenkopf beim Entfernen abgetrennt werden, so wächst dieser meist nach einer bestimmten Zeit heraus. Er kann sich aber auch abkapseln, wobei dann ein kleines Knötchen zurückbleibt. Sollte daraufhin eine Entzündung entstehen, suchen Sie bitte den Tierarzt auf.

 

Zeckenprophylaxe

Eine Übertragung von Krankheitserregern kann nur dann ausgeschlossen werden, wenn Zecken effektiv bekämpft und abgetötet werden. Repellentien können den Stich der Zecke verhindern. Die Zecken schrecken vor der Haut des Tieres zurück und nehmen beim Versuch sich zu entfernen chemische Substanzen auf, die tödlich für die Zecken enden. Diese Wirkstoffe gibt es in vielen Ausführungen, so auch als Halsband, Spot-on Präparate, Puder und Shampoos. Die größte Effizienz haben hierbei jedoch die Spot-on Präparate. Die sind kleine Ampullen, die direkt auf die Haut des Tieres aufgetragen werden und meist eine Wirkungsdauer von ca. 4 Wochen haben. 

Sollte es trotz der Vorsorge zu Infektionen durch Zecken kommen, sollten Sie umgehend den Tierarzt aufsuchen!